KEPRT Marek (*1974): Zu seinem Werk "Leuchtzellenentschamungskreis - Atemausäscherungskreis" für Violine und Klavier (2004, Uraufführung durch P.K. und Christoph Berner im Wiener Konzerthaus am 13.3.2004).
Leuchtzellenentschamungskreis: Das Tonmaterial ist durch Zentraltöne f-fis (verwendbar in mehreren benachbarten Oktavlagen) bestimmt, wobei es sich aufwärts bis auf gis und abwärts bis auf es verschieben lässt. Die Dichte reicht vom Einzelton bis zu Ballungen mehrerer benachbarter Töne, die aber nicht als Dissonaz, sondern als Farbnuanz wahrgenommen werden. In demselben Sinne werden auch Vierteltöne verwendet. Das Resultat ist ein gleitendes, schwebendes Klangbild, in dem kleine Klangunterschiede anstelle grosser Ereignisse treten.
Atemausäscherungskreis: Das Stück ist durch ein ständig anhaltendes Ostinato dichter Klavierklänge geprägt. Violine spielt vom Klavier scheinbar völlig unabhängig verschiedene Melodiefloskeln in eigenem Rubato-Tempo. Das Klangzentrum ist der Akkord G-B-Des-Es-Fis-A, der auch in mehreren verdichteten Varianten auftritt. Als Inspirationsimpuls diente das Klavierprélude op. 67 Nr.1 von A.N.Skrjabin.
Marek Keprt