Ernst Krenek (1900-1991): Suite für Klarinette und Klavier op 148 (1955)
Ernst Krenek hat praktisch das ganze 20.Jahrhundert durchlaufen, hat er doch von 1900 bis 1991 gelebt.. Als Schüler von Franz Schreker in Wien und dann in Berlin, hat Krenek das Komponieren im Geiste der ausufernden Romantik erlernt. Der Einfluss von Gustav Mahler hat bei Krenek so weit gewirkt, dass er für kurze Zeit mit Mahlers Tochter Anna verheiratet war. Nach dem Anschluss Österreichs ans dritte Reich emigrierte er in die Vereinigten Staaten und wurde amerikanischer Staatsbürger.
Krenek hat sich zeitlebens gegen fremde Einflüsse in seinem Komponieren gewehrt, war aber eben diesen Einflüssen immer stark ausgesetzt, nach Schreker und Mahler waren es Schönberg und Berg, aber auch der aufkommende Jazz prägend, ab 1956 dann die seriellen Kompositionstechniken mit elektronischer Musik. Formal hat sich Krenek sehr breit gefasst, grosse fünfaktige Opern (Leben des Orest, op.60) sind in seinem 242 Werke umfassenden Schaffen ebenso typisch wie die miniaturhafte Suite op.148.
Stephan Siegenthaler