Kritik bis 2001 (neuste Kritiken am Anfang)
Zwei Ausnahmetalente
Martin Etter im BUND, Bern vom 28.11.2001: Ganz ohne Zweifel gehört Patricia Kopatchinskaja aus Moldawien zu den stärksten Begabungen, die je in der weitherum bekannten Berner Talentschmiede von Igor Ozim und Wonji Kim ausgebildet und gefördert worden sind: Die noch nicht 25-jährige Geigerin verfügt nicht nur über singuläre Virtuosität, über phänomenale Wandlungsfähigkeit und über faszinierende Vitalität - ihre Interpretationen zeugen darüber hinaus von grosser Eigenwilligkeit und vom Mut zu Originalität und zu extremen Aufassungen.
Grossartiges leistete sie in ihrem Recital im Berner Studiokonzert bereits in Bela Bartoks erster Violinsonate, die sich unter ihren Händen zu einem aufwühlend-brisanten Erlebnis steigerte. Als ideal durfte auch die souveräne Wiedergabe der vier Stücke op. 7 von Anton Webern gelten: Hier fand die Violinistin auf Anhieb den Stil der expressiven Kurzform des Autors. Robert Schumanns Sonate Nr. 2 bildete den Ausklang. Auch in dieser Aufgabe riss Patricia Kopatchinskaja die Hörerschaft zu begeisterter Zustimmung hin - obschon mir schien, ihr rasant überwältigender Nachvollzug hätte, um Schumann restlos zu genügen, doch noch vermehrt der behutsam-stillen, der sanft poetischen Töne bedurft.
...außerordentliche Talente im Konzerthaus
dob. in die Presse, Wien, 10.11.2001 ...Mit Mozart hatte das Konzert auch begonnen, dem Violinkonzert KV 219. Begleitet von der Wiener Kammerphilharmonie unter Claudius Traunfellner lotete Patricia Kopatchinskaja den Solopart in alle denkbare Richtungen aus - durch unorthodoxe Artikulationen, überraschende Tempomodifikationen, temperamentvolle Akzente und Kadenzen, in denen sie ihre virtuose Freude am exzentrischen Verfremden von Mozarts Material ungestüm zur Schau stellte.
...wie aus dem Binnenraum des musikalischen Universums
Peter Fauser, Jena, Juni 2001: Der 1960 geborene russische Komponist Ivan Sokolov war zur deutschen Erstaufführung seines Werkes "Ein Blick auf die Zeit" für Violine, Cymbalon und Streichorchester nach Jena gekommen. Das Werk erzählt die Geschichte der Musik als ein Gleichnis für den Menschen... Auch wenn am Ende des Stücks alles Musikalische plötzlich ins Bodenlose stürzt, ins Chaos aus Klängen, Schreien, sinnlosen Gesten, die Solistin ihr Instrument nicht mehr faßt, die Musiker sich wie Kinder oder Narren um Lufballons balgen, der Komponist schließlich verzweifelt das Mikrophon nimmt und sagt: "Das Stück ist nun zu Ende" - immer bleibt doch die Suche nach dem Schönen und Wahren präsent. Sokolov scheut nicht Wohlklang, im Gegenteil, Orchester und Solovioline bauen Klänge von betörender Schönheit auf, vom Silberklang des Cymbalon wie von einem Schleier umspielt und verzaubert. Glücklich die Programmfolge, mehr noch die Wahl der Solisten: ...Die junge Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die, am Cymbalon begleitet von ihrem Vater Viktor Kopatchinsky, den Solopart in der Komposition von Sokolov spielte, ist zweifellos eines der ganz großen Talente, die man daran erkennt, daß sie wie aus dem Binnenraum des musikalischen Universums zu uns sprechen, so als ob sie über Ton, Technik und Ausdruck schon immer so selbstverständlich verfügten wie über die Fähigkeit zu hören oder zu atmen... Die Begeisterung bei Akteuren und Publikum einhellig
Orgiastische Besessenheit
BS in der Neuen Kronen Zeitung, Wien vom 14.3.2001: Der Pianist Paul Gulda und die Geigerin Patricia Kopatchinskaja gastierten beim Linzer Festival "4020. mehr als musik" unter der Parole "Virtuosität". Gulda wählte Beethoven und punktete namentlich in den Abschnitten des Kopfsatzes der Sonate op. 111 und im verdichteten Gewebe des Variationssatzes. Und die Kopatchinskaja? Mit der Geige in der Hand ist sie ein zornig fauchendes Katzenbiest, das mit glühenden Krallen in die Musik hineinfetzt. Ihre Synkopen sind Pistolenschüsse, mit den Glissandis schneidet sie florettgerecht die Luft in Stücke. Höhepunkt ihrer Interpretation: Wenn sie in orgiastischer Besessenheit die Stücke - Ravels "Tzigane", eine Carmen Fantasie und einen kubanisch-chinesischen Geigen-Hexensabbath - zu Tode beisst.
Enthusiastisches Publikum, viel Applaus und Blumen (Rumänisch)
V. Mircos un "Literatura si arta" Chisinau (Moldova), März 2001: La Filarmonica Nationala evaluarea spectaculoasa a violonistei Patricia Kopatchinskaja. Descendenta dintro familie de muzicieni consacrati, tata fiind unul dintre cei mai renumiti timbalagii de la noi perioada anilor 1980 conducatorul al orchestrei "Rhapsodia" si autor al multiplelor prelucrari a unor creatii celebre din muzica universala,iar mama fiind pe parcursul mai multor ani violonista in ansamblul Flueras, Patricia a uimit intreaga audianta printro prezenta scenica impecabila, o virtuozitate devenita fireasca, o sensibilitate si o finete neordinara, la un nivel calitativ deosebiot de inalt fiind interpretate "Rapsodia" de M.Ravel si concertele de W.A..Mozart si Jan Sibelius la bis fiind executata "Hora Staccato". Recitalul din 5 martie a confirmat inca o data sucesul talentatei violoniste, publicul entuziasmat rasplatind-o prin multe aplauza si flori.
Ensemble Phoenix: Instrumentale Höhepunkte
Christian Fink in der Basler Zeitung vom 12.Februar 2001: ...der Klangteppich von Dror Freiler's "Sparagmos", über den die Violinistin Patricia Kopatchinskaja ätzend-schöne, wild-bizarre Soli legte - einer der (instrumentalen) Höhepunkte des Abends...
Geigender Wirbelwind
cg in Neue Kronen Zeitung, Wien vom 14.8.2000: Die junge moldawische Geigerin Patricia Kopatchinskaja trat am Samstag bei den Schlosskonzerten Kammer auf. Eingangs trumpfte sie bei der Sonate G-Dur für Violine und Klavier op. 30 Nr. 3 von Beethoven mit graziösem und lebhaftem Spiel auf. Ausgekostet wurden Synkopen und akrobatisch anmutende Läufe. Paul Gulda am Klavier wirkte auf den geigenden Wirbelwind ausgleichend, beteiligte sich aber mit der selben Leidenschaft am atemberaubenden Finale der Sonate. Die beiden konnten ihre glühende Musikkunst auch bei Schuberts "Rondeau brillant", Ravels "Tzigane - Rhapsodie de Concert" und der Sonate für Klavier und Violine d-moll op. 108 von Brahms demonstrieren.
Köstlich-quirlige Performance
H.G. Pribit in Wiener Zeitung vom 3.7.2000: ...Musikalisch aufgelockert wurde der Eröffnungsfestakt auch durch die köstliche und quirlige Soloperformance "Kinder der Fantasie" der Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die seit drei Jahren ein Jungstar des Carinthischen Sommers ist...
Eruptive Expressivität und eiskaltes Kalkül: Violinkunst in Perfektion demonstriert
Rudi Glaesner in Meininger Bote vom 26.6.2000: Noch bevor sie als Zugabe das Schwierigste der Geigenliteratur wählte, war längst klar, dass dass man mit der 23-jährigen Patricia Kopatchinskaja ein absolutes Ass, eine einzigartige Virtuosin verpflichtet hatte... Im Violinkozert von Sibelius serviert Patricia nie nur liebenswürdig und charmant, sondern immer durchzogen von der Kraft der Überredung und der Eindringlichkeit... Ihre violinistische Überzeugungskraft, makellose Griffsicherheit, ihre überlegen wirkende Disposition in der Gliederung dieses schwer erschliessbaren synfonischen Kolosses sind Belege und sehr deutliche Anzeichen für den grossen Geiger... Von Patricia Kopatchinskaja wird man noch hören.
Sibelius mit einer aussergewöhnlichen Solistin
Dr. W. Klante in Freies Wort, Meiningen vom 24.6.2000: Generalmusikdirektor Kirill Petrenko hat offensichtlich eine "Spürnase" für sehr junge, noch halb im Verborgenen blühende aussergewöhnliche Talente. Patricia Kopatchinskaja ist ein solches... Die Solistin bewies eine selten frühe Reife in der emotionalen Gestaltung dieses Werkes, indem sie gerade die extremen Randlagen voll ausschöpfte. Darüber gerieten die enormen technischen Schwierigkeiten nahezu in Vergessenheit, denn nichts davon, nicht einmal die Solokadenz wirkte als Selbstzweck.... Je nach Ausdrucksbedürfnis verfügt die junge Geigerin über mehrere Arten des Vibratos. Auch im Finale schlug sie beginnend mit glutvollem Spiel auf der G-Saite und den scharfen Punktierungen, grosse Spannungsbögen... Der Beifallssturm des Publikums war ihr sicher.
Glückliche Jugend
A. Brok in Meininger Tageblatt vom 24.6.2000: Mit der jungen Patricia Kopatchinskaja stellte sich eine Geigerin vor, deren Spiel den Konzertfreunden in Erinnerung bleiben wird. Ganz leicht, fast gehaucht vermag sie den Bogen zu führen und dennoch den Sibelius'schen Lyrismus prägnant zu artikulieren. Selbstbewusst gestaltet sie die Kadenzen des ersten Satzes. Als wäre es ein Nichts springt die linke Hand jeweils in die geforderte Lage. Die technischen Anforderungen insbesondere des dritten Satzes stellen für sie nicht das geringste Problem dar. Leidenschaftlich und auch effektvoll (bis hin zum Reissen des Bogens beim Aufstrich), voll der Körperlichkeit praesentierte sie sich, ihre Kunst und des Komponisten Werk. Das Publikum jubelte und - glückliche Jugend - wo andere froh wären, bei dem Sibelius gut durchgekommen zu sei und es damit bewenden zu lassen, wartete die Kopatchinskaja noch mit einer Sonate für Violine solo von E.Ysaye auf.
Geigerisch überlegen, musikalisch phantasievoll
Max Favre im Berner BUND, Donnerstag 11.5.2000: ...Einen besonderen Akzent bekam das Konzert durch die Aufführung des letzten Orchesterwerks Frank Martins, das für Yehudi Menuhin und Edmond de Stoutz geschriebene "Polytyptichon" für Solovioline und zwei Streichorchester (1973)... Die anspruchsvolle, aber natürlich auf virtuose Solopassagen verzichtende Solopartie wurde von Patricia Kopatchinskaja geigerisch überlegen, musikalisch phantasievoll gemeistert. Im Judas-Satz überzeugte die Dämonie...
Verblüffend
Max Favre im Berner BUND, Donnerstag 2.5.2000: Die Geigerin kommt aus Moldawien, einem Land, in dem im Verlaufe der Geschichte verschiedene Kulturen - rumänische, ungarische, ukrainische, türkische - aufeinandertrafen. Ihre Spielweise ist unverkennbar in osteuropäischer Folklore verwurzelt. Spielerin und Instrument scheinen ein untrennbares Ganzes zu bilden und zuweilen mündet das Spiel fast noch in einen Tanz aus. Neben einer grenzenlos anmutenden Fingerfertigkeit der linken Hand steht der Geigerin auch eine äusserst geschmeidige Bogentechnik und eine reiche Skala von Klangwirkungen zur Verfügung. In Ravels Konzertrhapsodie "Tzigane" und Bela Bartoks erster Sonate für Violine und Klavier konnte sie ihr eminentes technisches Können und ihre Klangphantasie, ihr Temperament und ihr Darstellungsvermögen wie ein wahres Feuerwerk zur Entfaltung bringen... Am Schluss des Programms stand "Variations I" von John Cage (1958) eine Komposition deren Struktur graphisch fixiert ist, aber die Besetzung offen lässt und auch in der Ausführung viele Freiheiten erlaubt... Die kabarettistisch wirkende Praesentation bildete einen beinahe nahtlosen Übergang zu den virtuosen Zugabenstücken.
Temperamentvoll bis zum Saitenriss
Salzburger Nachrichten vom 24.4.2000: Musikverein Wien: ...Als hoch musikalische und versierte Uraufführungs-Interpretin zeitgenössischer Musik höchsten Schwierigkeitsgrades fiel die Geigerin Patricia Kopatchinskaja in Wien bereits bei den "Hörgängen 99" auf... Mit Schumanns formal und klanglich komplexer d-moll Sonate lag die Latte hoch, nicht minder mit Bartok's erster Violinsonate: Beides technisch heikel, im Gefühlsausdruck exaltiert mit vielen geradezu improvisatorischen Passagen... Besonders die (jeweils wunderbaren) langsamen Sätze erreichten grosse Spannung und Ruhe. Temperamentvoll bis zum Saitenriss bei Bartok machte Kopatchinskaja am Schluss aus Ravels "Tzigane" und Waxmans virtuoser Carmen-Phantasie - künstlerisch sehr ernsthaft - dramatischen Seelen-Striptease.
Geigerin schreckt Publikum auf
19. Konzert des Musikalischen Sommers Ostfriesland in der alten Kirche von Holtrop: ...Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und der Cellist Herwig Tachezi überzeugten das Publikum mit den Tönen Ravels. Der erste Satz bot ein pointillistisches Ineinandergreifen fast naiv wirkender Tongruppen, die in ein blosses Spiel miteinander verliebt zu sein schienen und mündete schliesslich in hohe Wagnersche Flageolettklänge ein. Im zweiten Satz zu Beginn geprägt von Pizzicato legten sich wie über einen "Walking Bass" langgezogene Melodien, die jedoch abrupt von geradezu diabolischen Klängen der Geigerin unterbrochen wurden, mit denen sie das Publikum regelrecht aufschreckte. Am anrührendesten dann der dritte Satz mit einem ganz und gar stillen Zwiegesang, wie das leise Singen einer Mutter, die ihr Kind mit ihrem Gesang zum Einschlafen bringen möchte. Wilde Gebärden brachte dann noch der abschliessende vierte Satz, mit seiner Rhythmik an Stravinskys "Geschichte vom Soldaten" erinnernd.
Ovationen
Martin Etter im Berner BUND vom 19.8.1999: Noch ein Höhepunkt dann am Schluss: Die Violinistin Patricia Kopatchinskaja - auch sie von Igor Ozim und Wonji Kim gefördert - riss das Auditorium mit einem fulminanten, ja geradezu überwältigenden Nachvollzug von Tschaikovskys Valse Scherzo zu Ovationen hin - völlig zu Recht, blieb die junge Moldawierin doch dem Stück nichts von gleissendem Raffinement, an mitreissendem Schwung und an unwiderstehlicher Verve schuldig.
Geballte Ladung Jugend
FS in Kronen-Zeitung, Wien vom 22.7.1999: ...solistische Meisterleistungen bei Wieniawski als absoluten Höhepunkt - wegen Patricia Kopatchinskaja: Mit 22 eine souveräne Virtuosin von unglaublicher Ausstrahlung.
Jubiläumskonzert 40 Jahre "die reihe"
Oliver A. Lang in der Neuen Kronenzeitung, Wien, Anfang Juni 1999: ...Weberns Saxophonquartett beeindruckt durch Dichte und Punktgenauigkeit; mit großem Einsatz bringen die Musiker unter Friedrich Cerha das Werk zum Leuchten und zeigen klare Strukturen auf.
Die junge Kopatchinskaja, - Musica juventutis im Wiener Konzerthaus
wawe in Die Presse, Wien vom 13.4.1999: ...Dann jedoch vollzog sich ein musikalischer Quantensprung vom gediegenen Nachwuchsabend zum vollgültigen Konzertereignis: Patricia Kopatchinskaja - zuletzt aufgefallen bei den "Hörgängen", spielte voll Verve Bartoks erste Violinsonate mit reichem, aber nie süsslichem, klanglich wie intonationsmässig stets kontrolliertem Ton, gemeinsam mit Christopher Hinterhuber...
Zum umwerfenden Höhepunkt geriet beider Lesart von John Cages "Variations I", in die sie die Gebrauchanweisung des Komponisten kurzerhand als Sprechtext einbezogen. Mit hinreissender Klangphantasie, Musizier- und Fabulierlust lieferten sie eine prall-dichte Performance.
Sehr Gutes und eine Sensation
Herbert Müller in der Wiener Zeitung, Dienstag 13.4.1999: ...Dann hatte die hohe Musikalität das Wort. Patricia Kopatchinskaja und Christopher Hinterhuber traten zu Bartoks Sonate für Violine und Klavier Nr.1 an. Natürlich waren die beiden auch höchst virtuos ("ohne" geht das gar nicht), aber dazu auch noch erfrischend temperamentvoll. So gelang ihnen eine wirklich bedeutende Interpretation von brennender Intensität. Patricia Kopatchinskaja, die auch selber komponiert hat sich gemeinsam mit Christopher Hinterhuber für die Aufführung(en) der aleatorischen Variations I von John Cage einen mehr oder weniger verbindlichen - jedenfalls sehr phantasie-und humorvollen Text erarbeitet und mit Charme vorgeführt. Eine brilliant und launig gefiedelte Aghazzi-Zugabe belohnte nachher das Publikum für den enthusiastischen Beifall. Kündigte sich da zukünftige Weltklasse an?
Stärkster musikalischer Eindruck durch die Ausführenden
wawe in Die Presse vom 24.3.1999: Die "Hörgänge" umkreisten am Montag im Konzerthaus den Orpheus-Mythos... Es erklangen die vielfältigen imitatorischen Verläufe von Francis Burts "Echoes", die einander wechselseitig der Täuschung zeihenden Ebenen von Live-Musik und Tonbandgeräten in German Toto-Prz "Ficciones" und Nicholas Maws Flötenquartett: allerdings eine Spur mehr umfang- als ereignisreich. Aber es ist ja keineswegs eine Schande, wenn den stärksten musikalischen Eindruck die Ausführenden hinterlassen: das in jeder Hinsicht hervorragende "Ensemble 20. Jahrhundert" unter Peter Burwik, mit Sylvie Lacroix (Flöte) und Patricia Kopatchinskaja (Violine).
Wunderbar stimmiges Zusammenspiel
Georgia Furtwängler in SZ vom 18.1.1999: Einen abwechlungsreichen Abend erlebten die Zuhörer am Freitag mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Pianisten Ivan Sokolov im Weissenauer Festsaal. Die junge Geigerin zeigte, dass sie ihr Instrument meisterhaft beherrscht. Sie musizierte mit vollem, warmem Ton und legte eine technische Sicherheit und saubere Intonation an den Tag, die zu bewundern war. Ihre Ausstrahlung und ihr Temperament ergänzten die bezwingende Leistung noch weiter... Die dramatische Sonate a-moll von Schubert gelang überzeugend. Jeder Satz bekam durch seine charakteristische Stimmung ein Eigenleben. Zupackende Passagen, wunderbar klangvoll vorgetragen, wechselten sich mit innig gestalteten Melodien und exakt gespielten staccato-Passagen ab... In der Ravel-Sonate war das wunderbar stimmige Zusammenspiel zwischen den Musikern sehens- und hörenswert... Es folgte ein im Geigenpart virtuoser, sehr schmissiger Walzer von Tschaikowsky, den die junge Geigerin brilliant und bravourös darbot.
Tour de force mit der Violine
Erik Adam in der Kleinen Zeitung vom 28.8.1998: Schon im Vorjahr liess die junge Geigerin Patricia Kopatchinskaja bei einer Matinée des Carinthischen Sommers aufhorchen. Nachdem sie mit einer sensationellen Leistung den ersten Preis beim Brahms-Wettbewerb gewonnen hatte gab sie ihr Debüt mit dem 3. Violinkonzert von Saint-Saens im Wiener Konzerthaus... Diesmal beeindruckte sie mit der mühelos absolvierten Tour de force der Sonate Nr. 6 für Violine solo von Ysaye und bewirkte Verblüffung mit dem aus dem Rahmen fallenden "Seiltänzer" der zeitgenössischen Komponistin Sofia Gubaidulina, ein Stück, das auch erheblichen pantomimischen Einsatz erfordert.
Sternstunde dank kompromissloser Leidenschaft
K. v. Glasenapp in der Lindauer Zeitung vom 25.4.1998: Was für ein Abend. Wann hörte man solch kompromisslose Leidenschaftlichkeit und Besessenheit der Tongebung einer Geigerin...? Die 21-jährige Geigerin Patricia Koptchinskaja und der ideenreiche Pianist Paul Gulda bescherten, das lässt sich ohne Übertreibung sagen, zwei Sternstunden... Symbiose, Dialog, Hingabe, Risikobereitschaft bestimmten die Interpretationen an diesem spannenden Abend. Schon der erste vollmundig gestrichene Akkord der Violine in Janaceks Sonate von 1921 tönte wie ein leidenschaftliches Versprechen für das, was noch kommen sollte. Die junge Geigerin geht aufs Ganze, schont sich nicht, wirkt wahrhaftig und selbstbewusst. Welch feine Linien weiss sie nachzuzeichnen, wie fliessend aufblühend ist ihr Ton, etwa im langsamen Satz der Janacek-Sonate, der sich zuletzt in überirdische Höhen aufschwingt, wie leicht und spielerisch klingt das Allegretto der Schumann-Sonate...
Irrwitziger Hochseilakt ohne Netz
Edwin Baumgartner in der Wiener Zeitung vom 16.5.1997: ... In Wienawskis teuflisch schwierigem und obendrein kompositorisch schwachen erstem Violinkonzert (fis-moll) vollbrachte die in der ehemaligen USSR geborene und in Wien lebende Patricia Kopatchinskaja das scheinbar Unmögliche und riss das Publikum zu orkanartigem Beifall hin: Mit überlegener musikalischer Intelligenz verdeutlichte sie den Verlauf des Werkes, suggerierte Logik und Qualität. Und spielte technisch auf einem Niveau, wie man es selbst in der Musikstadt Wien nur in wenigen Sternstunden erlebt. Solch vollendetes "Handwerk" ist bei dieser Geigerin jedoch nur die Grundlage für die geistige Auseinandersetzung, für die Entfaltung der Persönlichkeit, also für die Interpretation. Wenn Manches hinreissend natürlich, verführerisch, leicht und graziös klingt, anderes verschmitzt parfümiert und wiederum anderes draufgängerisch wild den Zuhörer anspringt, so gleicht das einem schon irrwitzigen Hochseilakt ohne Netz. Ich weiss lediglich einen einzigen Geiger, der in ähnlichem Ausmass zugleich risikofreudig und diszipliniert, überwältigend intelligent, grundmusikalisch und unbedingt persönlich spielt. Sein Name ist Gidon Kremer. Wenn Patricia Kopatchinskaja's Stern vielleicht schon bald in gleichem Masse strahlt, wird es mich nicht wundern.
Begegnung mit der Zukunft
Walter Dobner in Die Presse, Wien vom 16.5.1997: ...Die 20-jährige Moldavierin Patricia Kopatchinskaja, eine Frischenschlager-Studentin, beeindruckte in Wieniawskis etwas geschwätzigem ersten Violinkonzert vor allem durch die Direktheit ihres brillanten Zugriffs und die vorwärtsdrängende Energie, die sich bald auch auf das anfangs durch weit weniger Nervigkeit auffallende Orchester übertrug.